Das eigene Heimkino richtig planen

Berücksichtigen Sie bei der Planung von Fernseher oder Beamer den Raum und die Sitzplätze ebenso wie Licht und Bildgröße. So vermeiden Sie, dass die Leinwand zu groß ausfällt, die Sicht schlecht ist oder Licht beim Film stört.

Messen Sie zuerst den Raum und legen Sie die Sitzplätze fest. Von den Sitzplätzen aus bestimmen Sie die passende Bildgröße und wie stark Sie den Raum abdunkeln müssen.

Raum zuerst vermessen

Skizzieren Sie den Raum und tragen Sie Fenster, Türen sowie feste Einbauten ein. Markieren Sie anschließend die geplanten Sitzplätze und die Bildfläche. Zeichnen Sie auch die Laufwege ein. So sehen Sie früh, ob Beamer, Lautsprecher und Möbel genügend Platz haben, ohne dass jemand den Durchgang blockiert.

Ein eigener Kinoraum ist keine Voraussetzung. Im Wohnzimmer zählen meist auch Tageslicht, Bewegungsfreiheit und eine Einrichtung, die zum Alltag passt. In einem separaten Raum lassen sich Licht und Sitzordnung stärker auf Filme ausrichten. Eine feste Mindestfläche gibt es nicht: Entscheidend sind Grundriss, Sitzabstand und die Zahl der regelmäßig benötigten Plätze.

Planen Sie nach dem üblichen Bedarf. Wenn meist zwei Personen Filme schauen, richten Sie die Hauptplätze auf diese Nutzung aus. Für gelegentliche Gäste können Sie zusätzliche Sitze vorsehen, ohne die gesamte Anordnung danach auszurichten.

Licht und Verdunkelung planen

Umgebungslicht beeinträchtigt das Bild eines Beamers deutlich. Prüfen Sie daher, wann Tageslicht auf die Bildfläche fällt und wie Sie Fenster abdunkeln können. Verdunkelungsvorhänge, Rollos oder Jalousien helfen, einfallendes Licht zu kontrollieren.

Ein Fernseher passt eher in einen Raum, der sich nicht vollständig abdunkeln lässt, weil er selbst Licht erzeugt. Das macht ihn jedoch nicht automatisch für jedes helle Wohnzimmer geeignet: Fensterreflexionen und direkte Beleuchtung können auch auf einem Fernseher stören.

Planen Sie außerdem dimmbares, indirektes Licht ein. Eine Leuchte, die direkt auf die Bildfläche oder in die Augen strahlt, lenkt ab und kann Reflexe erzeugen. Eine gedimmte Lichtquelle am Rand des Raums schafft dagegen Orientierung, etwa auf dem Weg zum Sitzplatz oder während einer Pause. Legen Sie die Position der Leuchten fest, bevor Sie Möbel und Bildfläche endgültig platzieren.

Sitzplätze und Sichtachsen ausrichten

Die Hauptplätze sollten möglichst frontal zur Bildfläche und nahe ihrer Mittellinie stehen. So sehen die Zuschauer das Bild ohne starken seitlichen Winkel. Auch für den Ton zählt die Sitzposition: Richten Sie die wichtigsten Plätze möglichst nahe an dem Bereich aus, von dem aus der Ton der Lautsprecher am ausgewogensten klingt.

Bei einer zweiten Sitzreihe müssen Sie zusätzlich die Sicht über die vordere Reihe prüfen. Achten Sie besonders darauf, dass die hinteren Zuschauer die Bildunterkante sehen. Zwei Reihen haben zwangsläufig unterschiedliche Abstände zur Leinwand und damit unterschiedliche Sehwinkel. Legen Sie deshalb fest, welche Reihe Vorrang hat, und testen Sie die Sicht von allen regelmäßig genutzten Plätzen.

Messen Sie Liegesessel in ausgefahrenem Zustand. Berücksichtigen Sie dabei auch, wie weit sie nach hinten reichen und ob der Weg zu den Sitzplätzen frei bleibt. Eine einfache Skizze mit den tatsächlichen Möbelmaßen macht solche Engstellen sichtbar, bevor Sie etwas kaufen.

Bildgröße vom Sitzplatz aus wählen

Die Bildschirmdiagonale allein sagt wenig darüber aus, ob ein Bild im Raum angenehm wirkt. Entscheidend ist, wie groß die Bildfläche aus dem jeweiligen Sitzplatz erscheint. Dolby nennt als Orientierung: Der Betrachtungsabstand in Zoll geteilt durch 1,5 ergibt die empfohlene Bildschirmdiagonale in Zoll. Daraus ergeben sich folgende Beispiele:

Bildschirmdiagonale Betrachtungsabstand nach Dolby
55 Zoll 82,5 Zoll, rund 2,1 m
75 Zoll 112,5 Zoll, rund 2,9 m
85 Zoll 127,5 Zoll, rund 3,2 m

Diese Werte sind eine Faustregel. Eine weitere Orientierung bietet THX: Vom entferntesten Sitzplatz aus soll der Bildschirm einen horizontalen Sehwinkel von 36 Grad einnehmen. Der Sehwinkel beschreibt, wie breit das Bild im Blickfeld erscheint. Die Dolby-Faustregel und der THX-Sehwinkel verwenden unterschiedliche Maße und lassen sich deshalb nicht direkt gleichsetzen.

Die passende Größe hängt auch davon ab, wie hoch die Auflösung ist, welches Bildmaterial Sie ansehen und welche Sehgewohnheiten Sie haben. Prüfen Sie die geplante Bildschirmfläche daher direkt von den Sitzplätzen aus. Bei mehreren Reihen zählt besonders der entfernteste Platz, weil das Bild von dort am kleinsten wirkt. Zugleich sollten Zuschauer das ganze Bild bequem erfassen können.

Tische und Laufwege einplanen

Kleine Beistelltische bieten Platz für Getränke, Snacks und Fernbedienungen. Stellen Sie sie so auf, dass niemand beim Hinsetzen oder Aufstehen daran hängen bleibt und der untere Bildbereich frei bleibt. Ein großer Couchtisch ist nur dann praktisch, wenn er weder den Durchgang noch die Sicht versperrt.

Bei breiten Sesseln oder mehreren Sitzreihen können Ablagen an den Armlehnen eine platzsparende Alternative sein. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob sie sich bequem erreichen lassen. Markieren Sie die geplanten Möbelumrisse probeweise auf dem Boden und gehen Sie anschließend die geplanten Wege ab. Es gibt keine festen Heimkino-Maße für Tischabstände und Laufwegbreiten, die zu jedem Grundriss passen.

Das Ambiente wohnlich gestalten

Dimmbares Licht, Vorhänge und Polstermöbel verbinden Komfort mit einer ruhigeren Raumwirkung. Teppiche und Stoffe können harte Reflexionen im Raum mindern. Wenn Gespräche oder Filmszenen stark hallen, helfen gezielt platzierte Textilien oder Akustikpaneele. Wie viel das bringt, hängt vom Raum ab. Für eine genaue Einschätzung muss der Raum geprüft werden.

Bedecken Sie nicht vorsorglich jede Wand mit Dämmmaterial. Zu viele absorbierende Flächen lassen einen Raum unnatürlich gedämpft wirken. Beginnen Sie mit den auffälligsten Problemen, etwa starkem Hall, und ergänzen Sie Material dort, wo es einen konkreten Zweck erfüllt. Farben und Dekoration bleiben Geschmackssache. Dimmbare, indirekte Lichtquellen machen es leichter, die Beleuchtung für Filmabende und den Alltag anzupassen.