Mit dem Lesetagebuch beginnen

Ein Lesetagebuch hält wichtige Textstellen, Fragen und Gedanken zu Figuren oder zum Buch fest. Ein Heft, ein Ordner oder eine digitale Notiz genügt; ein besonderes Notizbuch und ausführliche Einträge zu jedem Kapitel sind nicht nötig.

Notieren Sie die Buchdaten und nach jedem gelesenen Abschnitt einen Gedanken oder eine Frage. So bleibt das Lesen im Mittelpunkt, und das Tagebuch wächst in dem Umfang, der für Sie passt.

Was ins Lesetagebuch gehört

Sie können darin einfach festhalten, was Sie gelesen haben, oder persönliche Reaktionen und kreative Ideen sammeln. Schreiben Sie zum Beispiel auf, warum Sie ein Buch gewählt haben, welche Figur Ihnen auffällt oder welche Stelle Sie überrascht. Auch eine kurze Zusammenfassung, eine Zeichnung oder ein möglicher weiterer Handlungsverlauf passen hinein.

Wählen Sie jeweils aus, was zum gelesenen Abschnitt passt. Eine lange Sammlung von Pflichtaufgaben macht den Einstieg unnötig schwer. Diese Fragen helfen Ihnen beim Einstieg:

  • Was ist im gelesenen Abschnitt passiert?
  • Welche Stelle oder Figur ist mir besonders aufgefallen?
  • Welche Frage ist offen geblieben?
  • Was vermute ich, wie es weitergeht?

Ein Eintrag darf aus wenigen Sätzen oder Stichworten bestehen. Wenn Sie lieber zeichnen, einen Dialog schreiben oder eine Textstelle kommentieren, können Sie die Form wechseln.

So beginnen Sie mit dem ersten Eintrag

Notieren Sie zuerst Titel und Autorin oder Autor. Ergänzen Sie, wenn es Ihnen hilft, warum Sie das Buch ausgewählt haben oder was Sie davon erwarten. Wenn Ihnen beim Lesen etwas auffällt, halten Sie fest, was Ihnen im Gedächtnis geblieben ist. Das kann eine Beobachtung zur Handlung sein, eine Frage oder eine Reaktion auf eine Figur.

Sie müssen dabei keiner festen Reihenfolge folgen. Manche Leserinnen und Leser halten ihre Eindrücke gleich nach einem Kapitel fest. Andere möchten zunächst ohne Unterbrechung lesen und schreiben erst danach. Wenn Sie beim Lesen etwas notieren wollen, genügt auch eine Seitenzahl oder ein einzelnes Stichwort, das Sie später ausführen.

Lesetagebuch auf Papier oder digital

Ein Heft, lose Blätter in einem Ordner oder eine Notiz auf dem Smartphone helfen Ihnen, Ihre Gedanken an einem Ort zu sammeln. Wählen Sie die Form, die Sie ohnehin gern benutzen. Ein Heft eignet sich, wenn Sie schreiben oder zeichnen möchten; eine digitale Notiz ist praktisch, wenn Sie Ihr Gerät beim Lesen dabeihaben.

Gestalten Sie nicht erst aufwendig Ihr Tagebuch, bevor Sie anfangen. Ein Datum oder eine Seitenzahl kann beim Wiederfinden helfen, ist aber keine Voraussetzung. Wenn Sie ein Lesetagebuch für eine schulische Aufgabe führen, gelten zusätzlich die Vorgaben der Lehrkraft.

Schreiben, ohne den Lesefluss zu stören

Falls Notizen das Lesen unterbrechen, schreiben Sie erst nach dem Abschnitt oder am Ende der Lesesitzung. Markieren Sie sich bis dahin eine Seite oder merken Sie sich ein Stichwort. Wer gern unmittelbar reagiert, kann dagegen kurze Einträge direkt beim Lesen festhalten. Der passende Zeitpunkt ist für jede Person anders.

Auch die Häufigkeit bestimmen Sie selbst, sofern keine schulischen Vorgaben bestehen. Einträge nach besonders eindrücklichen Szenen reichen für manche Leserinnen und Leser aus. Andere halten nach jedem Kapitel knapp fest, was passiert ist. Wählen Sie eine Form, für die Sie nicht mehr Zeit brauchen, als Sie aufbringen möchten.

Persönliche Gedanken bleiben privat

Ein Lesetagebuch kann persönliche Reaktionen enthalten. Wenn Sie es für sich führen, entscheiden Sie selbst, welche Gedanken Sie festhalten oder später anderen zeigen. Bei einer schulischen Aufgabe sollten Sie vorher wissen, welche Einträge gelesen und bewertet werden. Solche Vorgaben verändern den Rahmen des Schreibens und sollten klar sein.

Ein Tagebuch kann Eindrücke, Fragen und ausgewählte Textstellen an einem Ort sammeln. Pädagogische Anleitungen beschreiben den Nutzen eines Lesetagebuchs vor allem für den Unterricht. Eine allgemeine Wirkung auf Lesefreude oder Lesekompetenz ist damit nicht belegt. Führen Sie es deshalb, wenn Ihnen das Festhalten eigener Gedanken etwas bringt, und passen Sie den Umfang bei Bedarf an.